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Der Alt-Svc-Header erklärt: Wie Browser HTTP/3 überhaupt finden

HTTP/3 hat ein Henne-Ei-Problem: Der Browser müsste wissen, dass ein Server QUIC spricht, bevor er ihn fragen kann. Der Alt-Svc-Header ist die Antwort darauf – und der Grund, warum die allererste Anfrage grundsätzlich nicht über HTTP/3 läuft.

Das Problem

HTTP/1.1 und HTTP/2 laufen über TCP, HTTP/3 über UDP. Ein Browser, der eine Domain zum ersten Mal besucht, weiß nicht, welche Protokolle sie kann. Er könnte parallel TCP und UDP probieren – das kostet aber Zeit und Traffic bei jedem einzelnen Erstkontakt im Netz.

Stattdessen macht er es andersherum: Er verbindet sich ganz normal über TCP (HTTP/1.1 oder HTTP/2), und der Server teilt ihm in der Antwort mit, dass es ihn auch über QUIC gibt. Genau das ist Alt-Svc – „alternative service".

Was drinsteht

Alt-Svc: h3=":443"; ma=86400

Mehrere Angebote werden per Komma getrennt. Ein persist=1 weist den Browser an, die Information auch über Netzwerkwechsel hinweg zu behalten.

Der Ablauf in der Praxis

  1. Erster Besuch: TCP-Verbindung, TLS-Handshake, HTTP/2. Antwort enthält Alt-Svc.
  2. Der Browser merkt sich den Eintrag und lädt die aktuelle Seite noch über HTTP/2 zu Ende.
  3. Ab der nächsten Verbindung – oft schon für die Assets derselben Seite – versucht er QUIC.
  4. Klappt QUIC nicht, fällt er still auf TCP zurück. Der Besucher merkt davon nichts.

Deshalb zeigen Entwicklertools beim allerersten Aufruf einer Seite oft „h2" an, obwohl HTTP/3 einwandfrei funktioniert. Einmal neu laden genügt meist.

Warum unser Check zwei Zeilen hat

Der Alt-Svc-Header ist ein Versprechen, kein Beweis. Ein Server kann HTTP/3 annoncieren, obwohl UDP/443 von der Firewall verschluckt wird – der Header ist ja nur Text in einer TCP-Antwort.

Genau deshalb prüft h3check beides getrennt: „HTTP/3 angekündigt" liest den Header aus, „HTTP/3 funktioniert" baut anschließend eine echte QUIC-Verbindung auf und ruft die Seite darüber ab. Die Kombination angekündigt = JA, funktioniert = NEIN ist der mit Abstand häufigste Befund – und fast immer ein Firewall-Problem.

Der Nachfolger: HTTPS-Records im DNS

Alt-Svc kostet immer einen Umweg über TCP. Der neuere Weg ist der HTTPS-Resource-Record (RFC 9460, verwandt mit SVCB). Damit steht schon im DNS, dass eine Domain HTTP/3 spricht:

example.com. 3600 IN HTTPS 1 . alpn="h3,h2"

Der Browser erfährt es also zeitgleich mit der IP-Adresse und kann sofort QUIC sprechen – ohne den ersten TCP-Umweg. Cloudflare setzt diese Records automatisch, andere Anbieter ziehen nach. Alt-Svc bleibt trotzdem noch lange nötig, weil längst nicht jeder Resolver und Browser den neuen Record-Typ auswertet.

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